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Swiss Artist Music Festival

Bericht Zürichsee-Zeitung rechtes Ufer, 7. November 2005, Ruth Weber

Zurück in die wilden 60er-Jahre

Zollikon Anlässlich des 3. Swiss Artist Music Festivals rockten die «Sauterelles» im Gemeindesaal

Die legendären Sauterelles haben den Zolliker Gemeindesaal am Samstagabend in einen Rocktempel verwandelt.

Die legendären Sauterelles denken noch lange nicht ans Aufhören – und rocken weiter, wie am Samstagabend im Zolliker Gemeindesaal. Von links: Leadgitarrist Peter Glanzmann, Leadsänger Toni Vescoli und Bassist Freddy Mangili. (Reto Schneider)

Seit über vierzig Jahren strömt eine grosse Fangemeinde an die Konzerte von Les Sauterelles, an deren Spitze weiterhin der unverwüstliche Toni Vescoli steht. So auch am Samstagabend, als sich gegen 400 Musikfans aus allen Generationen im Zolliker Gemeindesaal einfanden. Dieser grosse Besucherandrang sowie die variantenreichen Darbietungen weiterer Formationen weist auf den zunehmenden Erfolg des erst zum dritten Mal durchgeführten Swiss Artist Music Festival hin. Der Applaus eilte den Sauterelles voraus, bevor sie mit Bob Dylans «Like a Rolling Stone» die Zuhörerschaft in die sechziger Jahre zurückführten.

3. Swiss Artists Music Festival

Episoden aus Italien

Da die Band um den in Küsnacht aufgewachsenen Toni Vescoli in jener Zeit als «Swiss Beatles» im In- und Ausland gefeiert wurde, bestand damals ihr Repertoire aus gut 70 Prozent Beatles-Songs. Davon wurden auch einige vom Publikum in Zollikon wieder gerne gehört und bejubelt. Ein Teil des Konzertes enthielt italienischen Pop, gespickt mit einigen von Schlagzeuger Düde Dürst erzählten Episoden aus den Italien-Aufenthalten der Band in den Jahren 1966/67. Nur Lieder zu covern war bekanntlich nie das Ziel dieser revolutionären Schweizer Combo. Und so durfte auch in Zollikon der von Toni Vescoli und Rolf Antener komponierte Hit «Heavenly Club» nicht fehlen, der 1968 die helvetischen Charts beherrschte – das Publikum spendete frenetischen Applaus. Nach dem Gitarrensolo von Peter Glanzmann wummerten und quietschten die Saiten weiter, das Publikum tobte und schrie. Mit tiefer, verrauchter Stimme sang der Bassist Freddy Mangili vom brandneuen Cadillac und beschwor die Fangemeinde glaubhaft, sich auf der «Route 66» den «Kick» zu holen. Die Spielfreude von Les Sauterelles ist noch immer echt. «Wir stellen keinen Unterschied zum früheren Publikum fest», sagte Bandleader Toni Vescoli erfreut – und gab zu verstehen, dass auch in Zukunft weiter gerockt werde: «Das macht Spass. Wir denken vorläufig nicht daran, aufzuhören.»