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Ein gemischtes Publikum traf sich am Wochenende im Gemeindesaal Zollikon zum 2.Swiss Artist Music Festival am Zürichsee. Während der Freitagabend dem Blues und Hits aus den siebziger Jahren gewidmet war, fanden sich am Samstag vor allem die Freunde der Countrymusik ein.
RUTH WEBER
«Sid ihr zwäg?», fragte Frontmann und Sänger Phipu Gerber von der Hardcore Bluesband am Freitag bei Konzertbeginn ins Publikum und verriet so auch gleich die Herkunft seiner Formation. Aus Solothurn nach Zollikon gereist war auch deren vorwiegend junge Fangemeinde, sodass OK-Präsident Hansjörg Renggli rund 120 Personen im Gemeindesaal Zollikon zum 2. Swiss Artist Music Festival am Zürichsee begrüssen durfte.
Blues in verschiedenen Versionen
Abwechselnd von den Spots in rotes oder grünes Licht getaucht,legte die Hardcore Bluesband wie im vergangenen Jahr sogleich
los.
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«I play the blues for you», versprachen sie mit einem Musiktitel und begeisterten vor allem die Freunde des
ungeschliffenen, erdigen Blues. Nicht instrumentale Perfektion zeichnet die junge Band aus,sondern Tempo,natürliche
Spielfreude und insbesondere Mut zum Risiko.
Bedächtige Klänge
Nach so viel Turbulenzen mit dem Frontmann auf dem Tisch im Publikum kündete Catman darauf «das Schieben einer ruhigeren Kugel» an. Der Berner Oberländer inszenierte dies mit bedächtigem Umhängen der Akustikgitarre und dem Zurechtschieben seiner Mütze. Schnell aber war Dan Paladin als Multiinstrumentalist zu erkennen. Dieser brillierte an diesem Abend als Bluesartist mit Mundharmonika und Dobro, überzeugte zudem mit guter Stimme, die sich besonders schön im bekannten und schon älteren Bluessong «The House in New Orleans» Geltung verschaffte. Gerne hätte man dem Solisten noch länger zugehört, bevor er gemeinsam mit der Hardcore Bluesband «Kansas City» anstimmte.
«Durch das gemeinsame Musizieren sind wir gute Kumpels geworden»,sagte Catman,der damit neben dem Engagement des organisierenden Vereins für Schweizer Musiker einen weiteren positiven Aspekt dieses Musikfestivals hervorhob.
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Ausklang mit einer Party-Night
Viel Tanz und Rhythmus bot später die elfköpfige Band SoulVirus, die sich dem Sound der siebziger Jahre verschrieben hat. Saxofone und Trompeten unterstützten den funkigen und souligen Groove um die zierliche Leadsängerin Kim-Alisha Cayne,die aus Korea stammt.Stimmlich begleitet wurde die einstige Studentin am Zürcher Konservatorium und im Opernfach Ausgebildete von Andrew Robinson und Boysie White, welche die Zuhörerschaft zum Mittanzen aufforderten. Ein Teil des Publikums wippte sitzend mit, für andere war die Party-Night schlicht zu schrill.
«E chliini Melodie»
Aus der Nachbargemeinde Zumikon gekommen war Rolf Raggenbass, der am Samstag mit seiner Country Heart Band den Countryabend eröffnete. «Es ist nicht selbstverständlich und es braucht etwas Mut,Countrymusic in die Kultur einzureihen»,lobte Raggenbass das Engagement des Erlenbacher Vereins Swiss Artist Music Festival.Noch immer verbreitet sei die Tendenz, Countrymusic mit Bierzeltatmosphäre zu verbinden.
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Die fünf versierten Musiker bewiesen das Gegenteil mit reinen Klängen und einem abwechslungsreichen Programm. So folgte auf einen Song von Alain Jackson das von Silvio Fantauzzi und Rolf Raggenbass geschriebene Lied «E chliini Melodie», das ihrem verstorbenen Bandmitglied Helmut Schöni gewidmet ist. Soloeinlagen, unter anderem des Gitarristen und einstigen Studiomusikers Ueli Gasser mit Carl Perkins’ «Restless», unterstrichen die Vielfältigkeit der Interpretationen in englischer Sprache und in Mundart.
Als angenehm empfanden die rund 200 aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer auch die Beschallung, die keine Ohrenschmerzen verursachte.
Mit Rock und Pop gemischt
Um einiges lauter und härter erwies sich der zweite Teil des Countryabends mit Bonnie Jeanne Taylor und ihrer Band Taylor Made. Der Bogen des von ihr so bezeichneten «Mischmasch von Musik» reichte vom rockigen Country über Gospel bis zu Joe Cocker und den Direstraits. Die Vorstellung bereitete uneingeschränktes Vergnügen.
Besonderen Applaus erhielt der Keyboarder Toni Lustenberger aus Muttenz mit seiner Eagles-Interpretation von «Hotel California». Die heutige Baslerin mit amerikanischen Wurzeln zeigte Temperament und bezirzte so manchen Mann im Publikum, dem die gewiefte Entertainerin aus nächster Nähe «A man like you» ins Ohr säuselte.
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